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Das Scherbenzimmer

Seit Generationen wurde von den Grafen Piatti Porzellan namhafter Hersteller aus der ganzen Welt gesammelt.

Obwohl die Besitzer die wertvollen Stücke zu Ende des Zweiten Weltkriegs im Keller einmauern ließen, fiel der Großteil der beträchtlichen Sammlung den Unruhen der Besatzungszeit zum Opfer. Das Schloss diente den russischen Besatzungstruppen als Stützpunkt. Auf der Suche nach Wertgegenständen wurde  das Porzellan  kurzer Hand zerschlagen. Die in den Gebäuden und im Park wieder aufgefundenen Scherben wurden nach Manufakturen geordnet. In dem seit 1945 unveränderten ehemaligen Prunkraum dokumentiert die Scherbensammlung zusammen mit Bruchstücken von Möbeln und Wegweisern in kyrillischer Schrift, die sinnlose Gewalt von Kriegen.

Im März 2018 fand ein japanisches Forscherteam, Prof. Masaaki Arakawa MR (History of porcelains, Gakushuin University, former Sotheby’s Senior Fellow) und Prof. Kaori Hidaka MR (History of Lacquer crafts, National Museum of Japanese History), seinen Weg nach Loosdorf. Die Vermittlung kam über die dankenswerte Initiative von Frau Machiko Soshin Hoshina zustande.

Eine erste Untersuchung des Scherbenzimmers ergab, dass die Sammlung mit japanischem (Koimari) und chinesischem Porzellan aus der xZeit von 1670 bis 1750 begonnen wurde. Zwischen 1870 und 1880 folgten im Zuge der Weltausstellung weitere japanische Gegenstände. Die europäischen Exponate stammen aus der Zeit zwischen 1750 und 1870.

Die Stücke der asiatischen Manufakturen wurden größtenteils speziell für den europäischen Markt hergestellt. Die besonders schönen und wertvollen Objekte, dienten der Dekoration grosser Häuser und Schlösser. Daneben existierten auch eine Reihe von „normalen“ Gebrauchsgegenständen wie Schalen, Kannen und Ähnlichem.
Unter den fachkundigen Händen der beiden Professoren fanden auch einige Scherben zueinander.
Eine weitere Kooperation mit den japanischen Experten, um genauere Ergebnisse zu erzielen ist geplant.